Strandmode

Der Urlaub steht vor der Tür – Zeit sich mit Strandmode einzudecken. Es ist die schönste Zeit: Endlich Urlaub! Gerade am Strand zeigt man ja viel von sich und natürlich soll das dann unsere beste Seite sein. Aktuelle Strandmode kann uns hierbei sehr gut helfen.

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Ich selber bin ja nicht der Typ, der seinen kompletten Urlaub am Strand liegend verbringen möchte. Viel lieber gehe ich ja auch einmal ins Landesinnere, um das Ursprüngliche des Landes zu erfahren. Dennoch komme auch ich nicht ohne aktuelle Strandmode aus. Wer würde sich schon gerne im Badeanzug aus dem vorherigen Jahrhundert am Strand sehen lassen?

Gerade was den eigentlichen Badeanzug angeht, haben wir ja eine lange Geschichte verschiedener Erscheinungsformen, die gesellschaftliche Entwicklung widerspiegelt. In der Antike war man im Allgemeinen noch recht ungehemmt bei der Präsentation des eigenen Körpers beim öffentlichen Baden. Dies änderte sich radikal mit der Thron-Besteigung Victorias in England.

 

Strandmode im viktorianischen Zeitalter

Queen Victoria war die Prüderie in Person. Es entsprach der Auffassung des viktorianischen Zeitalters, jegliches persönliches Vergnügung zugunsten irgendwelcher Verpflichtungen aufzugeben. Darüberhinaus hatte Queen Victoria auch allen Grund ihren eigenen Körper zu verstecken: In diesem verbanden sich extreme Kleinwüchsigkeit und Fettleibigkeit mit eher stupid wirkenden Gesichtszügen.

Folgerichtig hatte die moralisch einwandfreie Dame lange Badekleider zu tragen, bei denen durch zusätzliche Gewichte im Saum der Blick auf ein Stückchen Haut auch bei starken Windböen verhindert wurde. Wollte die Dame Kontakt mit dem Meerwasser haben, so wurde sie in einer Art geschlossenen Strandkabine ins Wasser geschoben. So war verhindert, dass ein unzüchtiger Blick auf sie fallen konnte.

Den Männern ging es nicht viel besser: sie mussten lange wollene Hosen tragen. Oft war auch die Brust mit einer Art Unterhemd bedeckt. Ob das Schwimmen darin wirklich Spaß machte?

Doch verabschieden wir uns von der Urgroßmutter aller Brexit-Befürworter (Victoria war zwar auch Kaiserin von Indien, aber mit Ländern, in denen sie nicht herrschen konnte, wollte sie lieber nichts zu tun haben: Eine Politik, die als „splendid isolation“ [„wunderbare Isolation] in die Geschichtsbücher einging) und wenden uns der Entwicklung im 20. Jahrhundert zu:

 

Strandmode im 20. Jahrhundert

Schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts nahm der Druck zur sittlichen Verhüllung immer mehr ab. Mit dem Erwachen des Bewusstseins, dass es neben der Pflicht auch noch anderes geben muss, das man in seiner Freizeit genießen kann, wurden auch aufgedrängte sittliche Einschränkungen immer weniger beachtet. Es durften in Europa auch schon einmal Arme oder Beine in einteiligen Badeanzügen gezeigt werden.

Allerdings wurde die australische Schwimmrekord-Inhaberin Annette Kellermann noch 1907 im prüdesten Land, den USA, wegen des Tragens eines einteiligen Badeanzuges, der die Beine sehen ließ, verhaftet. Übrigens ist es im US-Bundesstaat Oregon bis heute verboten, in „anstößiger“ Badekleidung zu schwimmen oder herumzulaufen. Als „anstößig“ ist hierbei Alles anzusehen, was die Damen nicht mindestens vom Hals bis zu den Knien vollständig bedeckt. Im US-Staat Kentucky ist es Frauen verboten, im Badeanzug auf die Straße zu gehen. Ausnahme: Die Frau ist bewaffnet oder extrem untergewichtig oder extrem fett.

Auf Hawaii ist es Männern verboten, eine enge Badehose zu tragen. Selbst in Saratoga im US-Bundesstaat Florida ist es verboten, im Badeanzug zu singen.

Obwohl in Deutschland in den 30er Jahren, staatliche verordnete Moral wieder hoch im Kurs stand – wie alle oligarchisch ausgerichteten System lebte auch das Dritte Reich von Sexualunterdrückung -, war es Ende der 30er Jahre üblich, dass Männer mit nackter Brust schwimmen gingen.

Ende des 2. Weltkrieges sah man dann auch verstärkt zweiteilige Badeanzüge. Durch die Hippie-Bewegung und die Befreiung von alten sexuellen Tabus trat wurde der Bikini dann in den 60er Jahren sehr erfolgreich. Inwieweit das Aufkommen des Tankini in den 90er Jahren Ausdruck einer Rückwärtsbewegung gesellschaftlichen Denkens verbunden mit der immer stärker werdenden Oligarchisierung unserer Gesellschaft ist, möge jeder selbst entscheiden.

 

Strandmode heute

Strandmode heuteHeute haben wir zum Glück eine breite Vielfalt in der Strandmode. Es gibt kaum noch moralische Vorschriften darüber, welche Strandmode man trägt. Auch der Gesetzgeber hat es gelernt, sich in diesem sehr privaten Bereich zurückzuhalten. Undenkbar dass eine Leistungsschwimmerin verhaftet würde, weil sie zu viel Bein zeigt.

Eine Ausnahme stellen hier wohl nur gewisse islamische Staaten dar. Allerdings sind die oben beschriebenen Gesetzestexte in einzelnen US-Staaten auch nie offiziell zurückgenommen worden.

Auch in buddhistischen Ländern wird man eine gewisse Zurückhaltung der Lokalbevölkerung antreffen. So sieht man z.B. nur sehr selten Thailänderinnen in Bikinis schwimmen. Auch die Männer haben in der Regel beim Schwimmen recht viel an. Zumindest gilt dies außerhalb der Touristenzentren.

Aber man schaut halt auch darüber hinweg, wenn Touristen sich anders verhalten. Natürlich sollte man nicht in Badehose in den Tempel gehen. Aber man würde ja auch in Deutschland den Dom nicht im Badeanzug betreten oder? Und man sollte wissen, dass das Nacktbaden an öffentlichen Stränden verboten ist.

Aber wir wollen ja auch über Strandmode bzw. Bademode sprechen und nicht über deren völliges Fehlen.

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6 comments

  1. Was ein bullshit! Was soll denn Strandmode mit der Regierungsform zu tun haben?

    • rolf.kloepping@gmail.com

      Hallo Mike,

      Hmmm, „Bullshit“ – Du nimmst ja wieder Dinge in den Mund, die würde ich nicht einmal mit der Hand anfassen 🙂

      Aber ernsthaft: Den Zusammenhang zwischen Sexualunterdrückung und undemokratischen Systemen kann ich hier nur anreißen (Wenn es Dich näher interessiert, schreibe mir bitte eine Email, dann werde ich meine wissenschaftliche Arbeit darüber für Dich raussuchen und hochladen). Aber ich will mich auch nicht vor der Antwort drücken, deshalb hier eine stark verkürzte Version des Sachverhaltes:

      Für jede Diktatur oder Oligarchie ist der optimale Staatsbürger natürlich jemand, der nach oben kritiklos willfährig ist, den man aber bei Bedarf auf Minderheiten hetzen kann (um so davon abzulenken, dass die wirklichen Probleme eben nicht von dieser Minderheit, sondern von den oligarchischen Strukturen hervorgerufen werden). Ich nenne dies den Radfahrer-Staatsbürger: nach oben buckeln und nach unten treten.

      Wenn im US-Bundesstaat Virginia Sex nur in der Nacht bei ausgeschaltetem Licht erlaubt ist, in North Carolina Sex nur in der Missionarsstellung stattfinden darf oder in Hastings, Nebraska auch Ehepartner Sex nur vollständig bekleidet (in Nachthemden) vollziehen dürfen, weiß man natürlich, dass Menschen hiergegen verstoßen werden. Auch ein Verbot vor- oder außerordentlichen Geschlechtsverkehrs kann natürlich nicht eingehalten werden. In einer entsprechend gestimmten Gesellschaft können Übertretungen aber zu schlechtem Gewissen und Minderwertigkeitsgefühlen führen. Diese werden dann kompensiert, indem man sich in besonderem Maße mit den Mächtigen identifiziert und gleichzeitig Randgruppen, die mit alledem nichts zu tun haben, für Alles verantwortlich macht.

      Und schon hat man den „Radfahrer-Bürger“, den man braucht.

      Aus genau diesem Grund ist auch der Bibel-Gürtel der USA mit seiner besonders prüden Grundeinstellung ein besonders guter Nährboden für Rassismus (Schwarze, Mexikaner) und die Wahl von Despoten.

  2. Handelt es sich bei den von Dir angeführten US-Gesetzen nicht um überholte Bestimmungen, um die sich heute keiner mehr kümmert?

    • rolf.kloepping@gmail.com

      Hallo Julia,

      vielen Dank für Deine Frage.

      Du hast natürlich Recht, dass diese Gesetze heute in der Regel nicht mehr angewendet werden. Man könnte also denken, es verhielte sich dort wie mit der Todesstrafe in Hessen, die zwar immer noch in der Landesverfassung steht, aber aufgrund der übergeordneten Bedeutung des Grundgesetzes nie verhängt werden kann.

      Man muss aber sehen, dass es 3 gravierende Unterschiede zwischen dem deutschen und dem US-amerikanischen Recht gibt:

      Im Gegensatz zu Deutschland, wo die Bundesländer nur in sehr wenigen Bereichen die gesetzgeberische Kompetenz haben – und diese Bereiche werden bedauerlicherweise auch noch mehr und mehr abgebaut – sind die USA ein Staatenbund, in dem zunächst einmal die Bundesstaaten die gesetzgeberische Kompetenz haben. Rechtsverhältnisse können daher in einzelnen Teilen der USA ganz anders aussehen als in anderen.
      Während die Richter in Deutschland sich sehr eng an die Gesetzestexte halten – und sich dabei manchmal in seltsamen Spekulationen darüber ergehen, was der Gesetzgeber gewollt haben könnte, wenn er eine bestimmte Entwicklung hätte voraussehen können – sind in den USA sogenannte Präzedenzfälle sehr viel wichtiger, d.h. selbst wenn ein Gesetz zurückgezogen wurde, kann ein Staatsanwalt eine alte Gerichts-Entscheidung hervorkramen, nach der dann geurteilt wird
      Von den Richtern des Supreme Courts abgesehen, die vom US-Präsidenten benannt und vom Senat bestätigt werden, und einigen anderen Bundesrichtern, werden die Richter in den USA gewählt. Dies bedeutet, dass sie zum einen von Lobby-Verbänden und Unternehmen abhängig sind, die ihren Wahlkampf finanzieren, zum anderen aber auch extrem anfällig für populistische Stimmungen sind. „Kocht“ also die „Volksseele“ über, kann dies zu radikalen Umschwüngen der lokalen Rechtsprechung führen.

      Alte Gesetze bleiben hier also eine Zeitbombe, die jederzeit von einem übereifrigen Sheriff (auch er ist ein gewählter Amtsträger) oder einer veränderten Stimmungslage in der Bevölkerung hochgejagt werden kann.

  3. Sie bezeichnen die USA als das prüdeste Land. Ich denke aber, dass Frauen in vielen Ländern sehr viel stärker unterdrückt werden und dass die USA sogar ein Vorreiter der Emanzipation waren.

    • rolf.kloepping@gmail.com

      Hallo Jasmin,

      herzlichen Dank für Ihren Kommentar.

      Prüderie und Frauen-Unterdrückung gehen oft parallel, sind aber natürlich nicht identisch.

      Und wenn man sieht, wie in den USA oder US-gesteuerten Medien zwar Gewalt gezeigt wird (abgeschlagene Köpfe, etc), bei dem Anblick eines weiblichen Brust-Nippels aber Sturm gelaufen wird, muss man schon sagen, dass Die USA ein sehr prüdes Land sind. Ich will hier aber gar keine Rangfolge aufstellen und entscheiden, ob die Wahhabiten in Saudi-Arabien oder die Amischen in den USA nun prüder sind. Aber es ist schon kaum noch zu übertreffen, wenn die Feuerwehr in St. Louis, Missouri Frauen nur dann aus einem brennenden Gebäude retten darf, wenn diese vollständig und züchtig bekleidet sind.

      Eine Vorreiterrolle bei der Emanzipation der Frau hatten die USA nur im Hinblick auf die Einbeziehung der Frauen in den Arbeitsmarkt, wodurch die Unternehmen ihre Profite erhöhen konnten, weil hierdurch der Wettbewerb innerhalb der arbeitenden Bevölkerung und das Lohndumping verschärft wurde – insbesondere beim schlecht bezahlteren Teil der Arbeiter und Angestellten.

      In Deutschland gab es mehrere Gesetzesänderungen, bevor die Ehefrau allein entscheiden durfte, ob sie berufstätig sein wollte. Galten zunächst die Bestimmungen der §1354 und 1363 des BGB in seiner alten Fassung, nach der keine Ehefrau ohne Zustimmung ihres Ehemannes berufstätig sein durfte, wurde dies dann mit dem §1356 BGB a.F. dahingehend geändert, dass eine Ehefrau berufstätig sein durfte, wenn dies nicht zur Beeinträchtigung ihrer Pflichten als Hausfrau oder Mutter (Pflichten in Ehe und Familie) führte. Diese Bestimmung wurde erst 1977 aufgehoben. Auch auf die Gefahr hin, hiermit einen Shitstorm auszulösen, muss ich sagen, dass ich nicht sicher bin, ob den Menschen durch diese Gesetzesänderungen wirklich ein Gefallen getan wurde: Die Belastung der Ehepartner, neben ihren Pflichten in der Kindererziehung und im Haushalt auch noch mehreren prekären Arbeitsverhältnissen nachgehen zu müssen – denn natürlich haben die Unternehmen das Auftreten zahlreicher zusätzlicher Arbeitskräfte sofort genutzt, um die Löhne zu drücken (wie selbst die offiziellen Statistiken zugeben müssen: seit diesem Zeitpunkt ist das Arbeitseinkommen der Hälfte der Bevölkerung real nicht gestiegen) -, führt zur Zerstörung unserer Familien: nicht umsonst ist die Zahl der Single-Haushalte innerhalb der deutschen Bevölkerung ständig wachsend.

      Zurück zu den USA: Sie sind hier den Profitinteressen ihrer Unternehmen tatsächlich sehr früh nachgekommen. Die Gleichberechtigung ist ihnen dennoch fremd geblieben. Ein Auszug aus Gesetzen von US-Bundesstaaten:
      In Alabama dürfen Männer ihre Frauen nur mit Stöcken verprügeln, die nicht dicker als ihr Daumen sind, kommt es zur Scheidung steht der Frau nur das zu, was sie bereits vor der Ehe besessen hat. Besser haben es die Frauen in Arkansas: Diese dürfen nämlich nur einmal im Monat von ihrem Mann verprügelt werden. In Michigan gehört das Haar der Ehefrau dem Ehemann (eine Bestimmung, die ich gar nicht so schlecht finde, würde sie doch manche modernen Frauen-Frisuren verhindern:) ).Die Liste ließe sich noch um viele Punkte verlängern, aber es mag an dieser Stelle erstmal reichen.

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